Die Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI fordert, im Zuge des Beschlusses über den Nachtragshaushalt auch die Finanzierung des kostenfreien Eintritts in die Kieler Bäder für Kinder und Jugendliche aus finanziell bedürftigen Familien weiter sicherzustellen.
Dazu erklärt Ratsmitglied Tamara Mazzi, stellvertretende Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI:
„Nachdem der Sozialdezernent Gerwin Stöcken in der vergangenen Woche klargestellt hat, dass die Pläne zum Aussetzen der Eintrittsbefreiung darin begründet sind, dass das dafür vorgesehene Budget aufgebraucht ist, liegt die Lösung nahe: Das Budget muss entsprechend aufgestockt werden!“.
In der vergangenen Woche hatte das Aussetzen des kostenfreien Eintritts hohe Wellen geschlagen, in der Berichterstattung der Kieler Nachrichten diesen Schritt mit „Schummeleien an der Kasse“ und „respektlosem Verhalten“ der Jugendlichen begründet wurde. Nachdem die Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI diese Stigmatisierung von Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen scharf kritisierte, hat Stöcken sich öffentlich von dieser Begründung distanziert: Er sei falsch wiedergegeben worden, der eigentliche Grund für das Aussetzen der Eintrittsbefreiung liege im weit überzogenen Budget dafür.
Allerdings war der kostenfreie Eintritt gar nicht an ein bestimmtes Budget gebunden. Die Ratsversammlung hatte im Dezember 2022 durch den Antrag „Schwimmbäder kostenlos für Kinder mit Kiel-Karte“ (Drucksache 1029/2022) eine dauerhafte Befreiung von den Eintrittspreisen in den Kieler Bädern für Kinder und Jugendliche mit Kiel-Karte beschlossen, inklusive einer (noch ausstehenden) Festschreibung in der Gebührensatzung für die Schwimmhallen und Sommerbäder der Landeshauptstadt Kiel.
„Bis zum Ende des Jahres fehlen maximal etwa 15.000 Euro. Wir fordern, dass diese Mittel jetzt über den Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt werden. Das kann kein Problem sein. Die tatsächlichen Mehrkosten für die Stadt werden sehr viel niedriger ausfallen, schließlich gehört die Kieler Bäder GmbH vollständig der Stadt. Den Ausgleich für den kostenfreien Eintritt zahlt die Stadt also praktisch nur an sich selbst“, stellt Mazzi abschließend klar.
