Verpasste Chance: Kein dauerhafter Jahrmarkt für Kiel

Verpasste Chance: Kein dauerhafter Jahrmarkt für Kiel

Die Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI bedauert die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses, eine Überprüfung der Möglichkeit eines dauerhaften Jahrmarkts für die Stadt Kiel abzulehnen. Ausschlaggebend hierfür war offenbar eine Stellungnahme der Geschäftsführung von Kiel Marketing.

Hierzu erklärt Ove Schröter, DIE LINKE/Die PARTEI: „Die Stellungnahme von Kiel-Marketing überrascht mich nicht, ich kann sie stellenweise sogar nachvollziehen. Sie wurde scheinbar relativ spontan verfasst. Dass eine neue, von Kiel Marketing bisher nicht gedachte Idee, welche durchaus auf positive Resonanzen gestoßen ist, ungeprüft abgelehnt wurde finde ich allerdings enttäuschend. Ich hätte mir gerade von den Fraktionen, die hier in der Ratsversammlung Offenheit bewiesen hatten, gewünscht den Überlegungen zu der Idee mehr Zeit einzuräumen. Dieses ist in meinen Augen eine verpasste einmalige Chance für Kiel. Priorisiert werden soll ein Kongresszentrum und mit dem Meeresvisualisierungszentrum ein Großprojekt, welches laut Machbarkeitsstudie auch nach Fertigstellung von der Stadt dauerhaft finanziell bezuschusst werden muss.“

Aus Sicht der Fraktion wäre eine ergebnisoffene Prüfung sinnvoll gewesen. Gerade in einer Zeit, in der Städte neue Konzepte für Aufenthaltsqualität, Freizeitangebote, Tourismus und wirtschaftliche Impulse entwickeln müssen, hätte die Idee eines dauerhaften Jahrmarkts zumindest ernsthaft betrachtet werden sollen. Eine solche Fläche hätte nicht nur einen Mehrwert für Bürger*innen und Besucher*innen bieten können, sondern möglicherweise auch zusätzliche Einnahmepotenziale für die Stadt eröffnet.

Die Ablehnung ohne vertiefte Prüfung ist aus Sicht von DIE LINKE/Die PARTEI daher eine verpasste Chance. Statt kleinere, bürger*innennahe und potenziell haushaltswirksame Ideen weiterzuentwickeln, setzen SPD und Grüne weiterhin vor allem auf große Bauprojekte. Aus Sicht der Fraktion wäre es jedoch notwendig, auch unkonventionelle Vorschläge offen und sachlich zu prüfen.

„Positiv überrascht war ich von dem visionären Gegenargument, dass es längst einen privaten Investor gegeben hätte würde sich dieses Projekt lohnen.“ ergänzt Schröter. „Wenn wir dieses zukünftig befolgen und auch jetzt schon einige Vorhaben darauf überprüfen würden, dann könnten wir den städtischen Haushalt wahrscheinlich schnell auf solide Füße stellen.“

Florian Jansen

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